Selbstgebaut: Ein Kratzbaum

Wir haben hier ziemlich hohe Decken (etwa 3 Meter je nach Raum) und somit viel Raum, den wir nicht nutzen können, aber die Katzen. So kam die Idee im Flur einen Kratzbaum zu montieren und oben eine Liegefläche anzubieten. Leider fand sich kein großer Kratzbaum, der Platzsparend, funktionell und preisgünstig war und so stand fest: Da muss selber gebaut werden.

Material aus dem Baumarkt:

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  • 1 Pfosten (quadratisch) 7 x 7 x 250 cm, gehobelt und unbehandelt
  • 1 Leiste 1,5 x 1,5 x 200 cm, gehobelt und unbehandelt
  • 1 Fichtenholzplatte 80 x 40 cm in der Stärke 18 mm, gehobelt und unbehandelt
  • 3 Fichtenholzplatten 80 x 20 cm in der Stärke 18 mm, gehobelt und unbehandelt
  • 40 mm Schrauben
  • 20 mm Schrauben
  • 50 mm Winkel für die Wandmontage
  • 2 Regalkonsolen für das obere große Brett
  • Sisalschnur, ca 120 Meter
  • Teppich Signe vom schwedischen Möbellieferanten, als Auflage für die Bretter

Da wir aus Transportgründen den Pfosten leider halbieren lassen mussten, benötigten wir zusätzlich noch Verbindungsbleche, um die zwei Hälften später wieder zusamen zufügen.

Unter zwei linken Händen leide ich zwar nicht und ich hab ja auch die Umzugsarbeiten hier in der Wohnung gut hinbekommen, trotzdem habe ich unter ziemlicher Aufregung gelitten, betreffend des Endprodukts. 😀

Das ist der Flur, in dem die erhöhte Liegefläche hin soll. Er ist klein und unheimlich schlecht geschnitten. Damit auch der faule Fry noch oben kommt sind Zwischenbretter nicht weg zudenken. Es bleibt also nicht viel Platz für die Anordnung.

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k-IMG_4340Die zwei Balken Hälften wurden erstmal aneinender gelegt und die Bohrlöcher für die Verbindungsplatten angezeichnet und dann gebohrt.

Aber bevor die zwei Balken verschraubt werden, müssen auf das untere Teil noch 2 Trittbretter gemacht werden.

Unsere Wände sind schief und haben einen fürchterlichen Winkel. Leider habe ich auch diesmal wieder vergessen mir ein Winkelmesser zu kaufen. Bei einem weiteren Besuch im Baumarkt habe ich dann auf einen Kauf verzichtet, nachdem ich den Preis gesehen habe … Aber letztendlich ging es auch so. Der Balken soll 6 cm von der Wand abstehen (Inzwischen weiß ich, dass auch der Boden schief ist).

Das erste Trittbrett wird in etwa 60cm Höhe angebracht. Es hört auf Höhe des Türrahmens auf und ragt somit nicht so weit in den Raum.

Ich muss zugeben ich hab noch nie zuvor eine Laubsäge verwendet. Im Grunde wäre das alles auch kein Problem gewesen, damit das Loch für den Pfosten auszusägen.

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Als aber das erste Sägeblatt gerissen war, hatte ich schon die Geduld verloren. Bei so Projekten kann ich es immer kaum erwarten das Ergebnis zu sehen. Also hab ich die Stichsäge zur Hand genommen. Das ging auch viel schneller und wie ich später herausfand muss man in dem Falle auch weniger nach Feilen wie bei der Laubsäge (das sah ehr wie abgenagt als gesägt aus… ^^). Letztendlich saß das Brett gut auf dem Pfosten und hatte wenig Spiel.

Aus der schmalen Leiste wurden mit Hilfe der Gärungssäge für jedes Trittbrett vier Kanthölzer geschnitten, auf dem es zusätzlich drauf liegt. Die Kanthölzer habe ich dann jeweils einmal in der Mitte gebohrt und dann auf der richtigen Höhe am Pfosten angebracht (nicht vergessen den Pfosten ebenfalls zu bohren). Zusätzlich habe ich die Kanthölzer noch mit Leim fixiert.

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Danach konnte ich das erste Trittbrett auf den Pfosten schieben. Ich hab zusätzlich noch ein bisschen Leim verwendet, obwohl beim aussägen kein Millimeter zu viel weg gekommen war und das Brett press saß. Kurze Standprobe und Inspektion durch Pepper. Ganz geheuer ist den Beiden das zu dem Zeitpunkt nicht, was ich da mache 🙂

Den gleichen Schritt wiederhole ich für 3 weitere Bretter und natürlich habe ich die zwei Pfostenstücke mit den Verbindungsstücken wieder zusammen gefügt. Natürlich sollte man auch nicht vergessen alle Sägekanten der Bretter schön rund zu schmiergeln!

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Bis zu diesen Schritten dachte ich, dass Sägen und Feilen ist das Nervigste an der ganzen Geschichte. Doch dann begann ich das Sisal zu wickeln. Hier helfen nur drei Dinge: Hornhaut, Geduld und eine Heißklebepistole.

Hornhaut hab ich leider nicht an den Fingern, dementsprechend taten sie mir auch weh…

Die erste Umrundung sollte man sehr gut mit Heißkleber fixieren. Ich hab vorher noch ein Loch in den Pfosten gebohrt und das Band dort „verankert“. Das war ne Arbeit! Aber die unschönen Verbindungsbleche sieht man nun auch nicht mehr.

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An jedem Trittbrett wird der Kratzbaum an der Wand montiert. Danach fehlt nur noch das große, bequeme Liegebrett.

Das Liegebrett hat ebenfalls ein quadratisches Loch bekommen, da ich es nicht ganz auf 2,50m Höhe anbringen wollte. zudem hat es eine Aussparung bekommen, damit die Katzen hochklettern können. Das Ganze habe ich mit einem kleinen Teppich vom Schweden (90 x 60 cm) beklebt. Heißkleber ist eine tolle Erfindung 😀 Am quadratischen Loch habe ich den Teppich X-mäßig eingeschnitten umgeklappt und gut festgeklebt (dasselbe bei der Aussparung zum hochklettern). Das Brett habe ich dann auf dem Pfosten verleimt und mit zwei Regalkonsolen sowohl am Pfosten selbst abgestützt, sowie an der Wand. Das bietet optimalen Halt. Der letzte Schritt war die Montage der Schilfschale, die Pepper schon so sehr ins Herz geschlossen hatte:

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Der neue Kratzbaum auf einem Bild. Inzwischen haben auch die restlichen Trittbretter Bezüge aus Teppich bekommen.

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Das obere Brett und die Aussparung für den Aufstieg

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Erstmal alles genau untersuchen!

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Zugegeben, dass Brett ist sehr klein geworden, aber sogar Fry hat keine Problem hoch und wieder runter zu kommen. Aber leider war der Platz an dieser Stelle nicht grad groß, und als ich auf die Idee kam, dass ein breiteres Brett besser wäre, war es auch schon zu spät.

Fazit: Es hat sehr viel Spaß gemacht zu wekeln und es hat sich wirklich gelohnt. Pepper nutzt den Kratzbaum häufig für ausgedehnte Schläferchen und ansonsten sind die Trittbretter ein hervorragender Ausguck um das Geschehen in der Küche genau im Auge zu behalten. Es wird sicherlich nicht mein letzter selbstgebauter Kratzbaum bleiben!

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Eine Antwort zu Selbstgebaut: Ein Kratzbaum

  1. Sehr cool, das Möbel, macht wirklich einen bombensoliden Eindruck. Auch wir haben übrigens einen Kater „Pepper“, er lässt schön grüßen. 🙂

Über Kommentare freue ich mich immer sehr :-)

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